Ja,wer hat es nicht mitbekommen. Die ständigen Verschiebungen,die Funkstille und dann auf einmal das aus von Pandemic. Es wurde sogar gemunkelt,dass Saboteur garnicht mehr erscheint,da das Entwicklerstudio ja geschlossen wurde. Wäre aber auch Quatsch gewesen,ein fast fertiges Spiel nicht mehr zu releasen.Seit dem 3.Dezember ist es aber endlich so weit und die langjährige Arbeit kann sich sehen lassen! Man verabschiedet sich vom eher durchschnittlichen Mercenaries 2 und macht einen kompletten Neustart!
Vive la résistance!
Wir schreiben das Jahr 1940. Mein Name ist Sean Devlin. Ich lebte mit meiner Familie in der Nähe der deutschen Grenze. Wir waren monatelang mit den Vorbereitungen für den großen “Preis von Saarbrücken” beschäftigt. Ich musste unbedingt gewinnen…doch dieser verdammte deutsche General schoss mir in den Reifen und ich bretterte von der Pole Position direkt in die Wälder rein. Ich erinnere mich noch gut an sein dummes grinsen auf dem Siegerpodest. Als Belohnung für seinen tollen Sieg wollten ich und Jules seinen Wagen eine Klippe runterschmeißen,doch wir wurden entdeckt und verhaftet. Ich wachte in einem kalten Raum voller Blut und Hass auf. Sie quälten Jules und töteten ihn … ich kochte innerlich vor Wut und musste ausbrechen.
Ich habe es geschafft und sah wie die deutschen mit einer riesigen Armee in Richtung Frankreich wanderten…sie haben unser Haus abgebrannt.
Nachdem man ausserhalb von Frankreich agiert hat,wacht man nach den Ereignissen in einer Bar auf. Sean besäuft seine Trauer weg und wird von einem man namens “Luc” angesprochen. Er ist Mitglied der französischen Résistance – also dem Aufstand der Bürger gegen die deutsche Besatzung in Paris. Er will,dass ihr ihnen beitretet um die deutschen Truppen zu sabotieren. Ist das nicht passend um es den deutschen heimzuzahlen?
Die Bar ist voll belebt. Überall Frauen,sehr tolle Jazz Musik und Nazis. Ist man aus der Bar raus,wird man sofort von der sehr authentischen Schwarz-Weis Optik überrascht die wirklich sehr toll aussieht. Nur das Blut,manche Lichter,die Armbinden der Nazis und das Mündungsfeuer der Waffen und Feuer durchbrechen die SW-Optik. An jeder Straßenecke deutsche Soldaten. Auf den Hausdächern ragen Wachtürme und Propagandalautsprecher herraus und die Bevölkerung ist durch zahlreiche Grenzen voneinander getrennt. Die Bücher und die Kultur wird einfach verbrannt und verachtet. Bürger werden erschossen,wenn den Deutschen mal etwas nicht an ihnen passt. Luftschiffe kreisen mit Suchschweinwerfern über ganz Paris,Generäle erteilen ihren Truppen Befehle und die Geheimpolizei verhaftet jegliche Gefahr.
Hierbei hat Pandemic hervorragende Arbeit geleistet und wirklich sehr tolle Ideen gehabt. Die Dramatik des Krieges wird durch diese Elemente deutlich rübergebracht und wird durch zahlreiche Ideen verfeinert.
Die lange Entwicklungszeit war wirklich nötig,wie das obere Bild zeigt. Der Charakter Sean Devlin den man spielt,wurde bis ins kleinste Detail entworfen und umgesetzt. Die riesige Karte die sowohl Paris als auch Saarbrücken und die Normandie umfasst ist auf jedem Quadratmeter einzigartig und grafisch klasse umgesetzt. Auch wenn man auf den Straßen von Paris selber nicht viel mit den Bürgern agieren kann – was aber auf der Flucht vor den Deutschen besser wäre – gibt es trotzdem viel zu entdecken und erleben.
Das Gameplay basiert auf GTA und ähnelt auch ein bischen Assassin´s Creed. Man hat einen Kreis-Hud,wählt zwischen Primär-oder Sekundärwaffe oder Dynamit/Fernzünd-Sprengsatz mit dem Steuerkreuz aus und kann wirklich jedes Gebäude in ganz Paris klettern. Das Klettersystem ähnelt Ubisoft´s Meisterwerk sehr und ist komfortabel umgesetzt. Auch wenn es hierbei krakelige Stellen gibt,kommt man am Ende immer an sein Ziel – den Dächern von Paris. Hier ist Sean abseits der Straßen und unbemerkt unterwegs.
Überall gibt es Objekte und Ziele die man sabotieren kann – dafür gibt es Schmuggelware. Dazu zählen unteranderem Propagandalautsprecher,Panzer,Generäle,Luftschiffe,Flugzeuge,Suchscheinwerfer,Wachtürme etc. Währenddessen man Bauten mit Dynamit oder Fernzündsprengsätzen sabotiert,kann man Generäle mit Waffen ausschalten. Sobald man mit der Waffe schießt oder andere “laute” Aktivitäten macht,bildet sich auf der Minikarte eine gelbe kreisförmige “Verdachtszone” aus der man lieber verschwinden sollte,bevor Deutsche Sean sehen und Alarm schlagen. Scheitert der Fluchtversuch aus der Zone und ein Soldat greift nach seiner Pfeife und alarmiert die Truppen,gibt es wie in GTA Fandungsstufen und dazu einen Fahndungsradius aus dem man raus muss um zu entkommen. Während man in Stufe 1 in einem kleinen Radius und mit einiger Feindpräsenz zu kämpfen hat,wird man in Stufe 5 von der Geheimpolizei,Panzern,Todestruppen – die Elite der deutschen Armee,Luftschiffen und Flugzeugen angegriffen. Je nach Fahndungsstufe kann man sich an verschiedenen Fluchtmöglichkeiten bedienen. Dazu zählen unteranderem in Luken verschwinden,in Bars untertauchen,den Feueralarm zu aktivieren oder zu seinen rebellischen Kollegen flüchten die nach einiger Zeit eueren Fahndungsstatus durch Waffengewalt zurücksetzen.
Ein weiteres wirklich sehr tolles Feature ist,dass man sich als Feind verkleiden kann. Einzige Möglichkeit: An den Feind heranschleichen und ihn per Stealth-Angriff töten oder mit bloßen Fäusten. Blut würde die Klamotten versauen und man würde auffliegen. Liegt der Gegner am Boden kann man durch Y die Uniform des Deutschen anziehen. Ein Ausrufezeichen-Symbol signalisiert wie man von Deutschen wahrgenommen wird. Ist es garnicht zu sehen,wird man gerade nicht beobachtet. Ist es weiß,wird man gesehen aber nicht verdächtigt. Ist es gelb – zb. weil man in einer Verdachtszone ist,Waffen offen trägt,Gewalt anwendet,Deutsche anrempelt,zu nah mit seiner Verkleidung an Soldaten ist oder gerade Sprengsätze legt – wird man verdächtigt und die Nazis folgen euch für eine kurze Zeit bis der Verdacht gelegt wurde. Ist es aber rot,wird man gefahndet.
Ist man verkleidet,ist um den Spieler ein Radius der sich je nach Bewegungsart verändert. Als Deutscher darf man nun Waffen offen tragen ohne verdächtigt zu werden. Rennt man oder visiert gerade jemanden an wird man verdächtigt und eine Anzeige um das Radar füllt sich. Ist diese voll – übrigens bei allen verdächtigen Aktionen wird diese sich füllen,dann fliegt man auf und verliert seine Verkleidung automatisch.
Neben der eher monotonen aber doch recht interessanten und actionreichen Story bei der es natürlich das Ziel ist Paris zu befreien gibt es sehr viele Nebenaktivitäten. Neben dem zerstören von deutschem Equipment und dem ermorden von Generälen kann man auch an Rennen teilnehmen,Bürger vor Exekutionen retten,Denkmalpostkarten sammeln die quer durch die Stadt verteilt sind oder in Bars den Frauen beim strippen zu sehen – dank des Mitternachtsshow DLC der kostenlos bei jedem gekauften Saboteur beiliegt sieht man nackte Brüste und an einem Glücksrad um den großen Auto-Hauptpreis spielen.
Sogennante Vergünstigungen werden nach einem vorgeschriebenen Ziel freigeschaltet. So kriegt man neue Waffen,Fahrzeuge,Nitro Upgrades,Rabbate und nützliche andere Boni. Ziele sind zb. das töten von 5 Generälen per Stealth-Kill von hinten (knifflig aber mit Köpfchen schaffbar) oder überfahren von 20 Soldaten.
Ein weiterer Clou des Schwarz-weiß Effekts: Sobald man in einem Viertel viele deutsche Einrichtungen zerstört oder wichtige Stützpunkte sabotiert sieht man in einer Druckwellen-artigen Zwischensequenz,wie das Gebiet wieder farbig wird. In diesen Gebieten wird es wesentlich einfacher vor den Deutsche zu flüchten,da dort die Bevölkerung mitkämpft und euch schützen will.
Uwe´s Fazit: Was da Pandemic mit diesem Ideenreichtum angestellt hat,überzeugt mich bis zur letzten Sekunde des Spiels. Wunderschöne Landschaften ausserhalb Paris und die Authenzität in dem Spiel kommt hervorragend rüber. Die Animationen sehen gut aus,sind aber auch teils etwas krakelig. Das Fahren von Autos ist katastrophal,reicht aber einigermaßen aus. Die musikalische Untermalung während des Spiels und die Soundeffekte sind wunderbar und vermitteln ein tolles Gefühl. Dank der actionreichen Story und der riesigen Karte mit vielen Nebenaktivitäten wurde eine sehr lange Spielzeit von locker über 40 Stunden erschaffen – wenn nicht mehr. Sehr schade ist das fehlen des Multiplayermodus. Einen Freeplaymodus wie bei GTA IV wäre bei Saboteur phänomenal gewesen! Ansonsten zu bemängeln ist die dumme KI der eigenen Kameraden,die Ewigkeiten brauchen um den Weg zur eigenen Autotür zu finden.
Insgesamt ist Saboteur ein sehr starkes Spiel das zwar durch einige Unfeinheiten nicht das wird,was sich alle erhofft haben,aber trotzdem in viele Herzen einwandern wird. Ich vergebe hierbei einen GEHEIMTIPP und empfehle den Kauf für alle GTA,Stealth und Actionliebhaber!
R.I.P. Pandemic
Geschnitten: Verwassungswidrige Symbole – sonst nichts!




















zurück nach Oben