Nachdem “MX vs. ATV Untamed” im Jahre 2008 auf der Xbox 360 einen mittelmäßigen Erfolg hatte,dachte sich THQ,dass ein Nachfolger zwei Jahre später auf Begeisterung stoßen sollte. Ein paar neue Features,Fahrzeuge und Karten – mit Schnee!!!! – und die Leute sind begeistert. Falsch gedacht.
Angepriesen mit halsbrecherischer Action,neuer Grafik-/Physikengine und neuen Modi hat sich “MX vs. ATV Reflex” den Weg in die Ladenregale erkämpft.
Besonders Augenmerk wurde auf den Singleplayer gelegt. Hier muss man – wie auch in vielen Spielen – sich den Weg an die Spitze der Rennkarriere erkämpfen.
Auf dem Weg dorthin muss man zahlreiche Challenges und Meisterschaffen (18 an der Zahl) hinter sich bringen um der Ironman zu werden.
Neben Motocross und ATV (Quad) kann man die halsbrecherischen Strecken auch mit “Autos” und sogar Trucks fahren. Schließt man eine der recht abwechslungsreichen Challenges ab,verdient man Credits die man in die Optik des Fahrzeugs oder Fahrers investieren kann.
Hierbei können an euerem Bike sehr viele Sachen geändert werden. Neben verschiedenen Farben kann auch ein anderer Hersteller – dabei sind unteranderem Fox,O´Neal und Renegade – und Modell das Teil zieren.
Angefangen wird im Spiel mit einem relativ schwachen MX Lite Motorrad. Sobald man erste Einstellungen am Fahrer wie Fahrernummer und das Outfit ausgewählt hat,geht es auch schon mit dem Training los. Hier wird einem das Spiel etwas näher gebracht was die Grundlagen angeht. Ich würde das Tutorial jedem ans Herz legen,der das Spiel gekauft hat da dort wichtige Spielelemente erklärt werden. Man lernt unteranderem wie man Tricks macht,schneller um die Kurven kommt oder sein Gewicht verlagert und die Fähigkeit “Fahrerreflex”. Dieser hat dem Spiel anscheinend auch den Namen gegeben und ist nichts anderes als die Unfallvermeidung. Kommt man mit dem Bike zu stark auf dem Boden auf,droht der Fahrer vom Motorrad zu fallen. Auf dem Bildschirm erscheint ein Pfeil der angibt was man drücken muss um den Unfall noch zu vermeiden.
Hier hat der Spieler sehr wenig Reaktionszeit und muss schnell reagieren wenn er nicht von seinem Gefährt fallen will.
Das Verlagern des Gewichts hat nun auch eine wichtige Bedeutung genommen. So muss man beim Überfahren von mehreren Hügeln hintereinander das Gewicht mit dem rechten Stick nach hinten verlagern um nicht runtergeschüttelt zu werden.
Tricks führt man mit “LB” in Kombination mit irgendeiner Richtung des rechten Sticks aus. So führt der Spieler Bewegungen wie Shaolin,Kiss of Death und andere aus. Während des Tricks kann man leider nicht abbrechen. So kann man durch eine falsche Abschätzung leicht auf dem Boden landen und den Gegnern vorbeischauen wie sie vorbeibrettern.

Der Einstieg ins Spiel ist leider schon auf einem hohen Niveau und man muss sofort alle Fähigkeiten perfekt auf den sehr rutschigen und kurvigen Strecken unter Beweis stellen. Da sich die Fahrzeuge sowohl in Geschwindigkeit,Beschleunigung und Bremsleistung als auch in Sachen wie Lenkung,Reaktionszeiten und Grip unterscheiden muss man sich immer an seinen neuen Zwei/-Vierräder anpassen.
Es geht bereits am Anfang bereits unglaublich hektisch auf dem Bildschirm zu und die Gegner fahren euch schon beim Start rein oder blockieren euch. Das sieht aber nicht eher wie eine künstliche Intelligenz aus sondern eher nach einer vorgegeben Schiene. Zumindest beim Start hat man dieses Gefühl.
Weiterhin ist die Steuerung unglaublich überladen. Hier lenken,da Gewicht verlagern,dort Unfall vermeiden,drüben Trick ausführen,perfekt Landen,Kontrolle wieder bekommen,bremsen… Bei dieser Physik-Engine die nicht gerade schön zum Lenken geeignet ist und dem unrealistischen Boden ist das nicht mehr spaßig. Nett ist,dass man während des Fahrens seine Spuren in den Boden brennt und man auch durch Donuts richtige Krater “fahren” kann.
Die veraltete Grafik ist ein weiterer Kritikpunkt am Spiel. Schwammig aufgelöster Boden,Pflanzen aus verschwommenen Papier,hässliche Texturen,massenweise PopUps und gelegentlich unabgeschlossene Map-Abschnitte überdecken das ganze Spiel. Wenn man im Wald fährt muss man nur kurz nach rechts oder links schauen und man sieht sofort irgendwelche PopUps oder Grafikfehler – von den Texturen mal abgesehen.
Im Next-Gen Jahr 2010 das mit Grafikbomben wie Halo Reach,Alan Wake und Splinter Cell Conviction vollgestopft ist,ist kein Platz für solche Xbox-1-Grafik-Niveau Spiele wie “MX vs. ATV Reflex”. Nach Spielen wie Forza Motorsport 3 & Co. ist die Messlatte für Rennspiele wohl schon sehr hoch angelegt. Sogar PURE sieht optisch grandios aus und ist viel älter als MX vs. ATV Reflex. Dort war auch die Fahrengine schöner und man hat ein kräftiges und actionreiches Gameplay hingebrettert bekommen.
Neben den normalen Rundenrennen gibt es auch die Freie Fahrt in der man in Aufgaben wie “Bergsteigen” sein Können unter Beweis stellen muss. Die Karten reichen von matschigen Sümpfen,über grüne Wälder und Wüsten bis hin zu Schneelandschaften. Die Größe der Karten ist zwar nicht gerade hoch,aber man hat ja schließlich mehrere Maps. Wie wäre es denn mit einer riesigen Karte mit hunderten Challenges gewesen? Mit einem Park wo man Tricks praktizieren kann oder riesigen Schluchten wie man es sogar von PURE kennt?
Neben dem Bergsteigen wo man mit voller Wucht die Spitze des Hügels erreichen muss – wie alle anderen Herrausforderungen in Bronze,Silber und Gold unterteilt – gibt es auch Checkpoint-Rennen und Zeitrennen wo man in der vorgegebenen Zeit das Ziel erreichen muss.
Im “Supercross”-Modus begebt ihr euch in riesige Arenen in denen man mit seinen Tricks die Punkterichter und Zuschauer überzeugen muss und sich an die Spitze kämpfen. Dieser Modus sieht macht auch wirklich Spaß und zeigt zum Teil auch wie “toll” das Spiel sein könnte. Und dann kommt da wieder diese KI,wo man in Kurven praktisch gegen Steine fährt da diese urplötzlich anhalten oder gegen euch fahren. Natürlich kippt ihr sofort um,aber die Gegner nicht.
Die restlichen sehr abwechslungsreichen Modi wie “Freestyle” und “Omnicross” runden das Spiel ab.
Neben dem Singleplayer hat das Spiel auch einen Multiplayer,der mit allen Modi aus dem Einzelspielermodus online oder im geteilten Bildschirm an der Konsole und hunderten Einstellungsmöglichkeiten überzeugt. Während des Spielens oder Zuschauens (auch wenn das Spiel schon gestartet ist) kann man in einer relativ lag-freien Umgebung um den Titel kämpfen.
Hier ist aber auch zu erwähnen,dass man sogar wenige Tage nach dem offiziellen Launch praktisch niemanden online findet. Möglich sind also fast nur Partien mit Freunden.
Uwe´s Fazit: Mit tollen Wörtern angepriesen,aber doch mies umgesetzt. Schade eigentlich,denn die Serie hat durchaus Potenzial. Optisch sind es die unscharfen Texturen und das komische Terrainverhalten die den Spielspaß zusammen mit der dummen KI in den Keller ziehen. Die völlig überladene Steuerung lenken die Augen eher auf den Controller und dem Steuerungsmenü als auf das Spielgeschehen.
Für einen Vollpreis-Titel aus dem Jahre 2010 eine Unverschämtheit. Die grauenhafte Physik-und Grafikengine in Kombination mit den oben genannten Kritikpunkten machen das Spiel zu einem Flop. Als leidenschaftlicher Fan des Genres sollte man sich lieber erst mit anderen Titeln vergnügen und sich das Spiel lieber erst ausleihen.















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