Zwei Jahre nach dem Commander Shepard vorerst den Kampf gegen die Reaper gewinnen konnte, geht es nun gegen einen neuen unbekannten Feind, welcher hunderttausende Menschen aus den Kolonien entführt.
In den ersten 10 Minuten, welches als teilweise spielbares Intro aufgebaut ist, werdet ihr in die Story eingewiesen und erlebt den spektakulären Niedergang der Normandy, Sheppard Schiff, sowie seinen eigenen Tod!
So hauen einen die ersten Spielminuten direkt von den Socken, obwohl es da erst los geht. Sheppard wird von Cerberus, welches im ersten Teil noch Ziel vereinzelter Missionen war, durch eine technologische Meisterleistung wieder ins Leben zurück geholt, um dem Verschwinden der Menschen auf den Grund zu gehen.
So beginnt also die Fortsetzung des epischen Weltallrollenspiel-Spektakels von den Bioware-Machern. Wir haben einen ausführlichen Blick auf das Universum geworfen und sagen euch, ob Mass Effect 2 seinen hohen Erwartungen gerecht werden kann.
Die Story
Ihr macht euch also auf die Suche nach dem mysteriösen Feind, welche für das Verschwinden zahlreicher Menschen verantwortlich gemacht wird. Euer Auftraggeber, ist wie gesagt Cerberus, ein Terrornetzwerk, welches von dem „Unbekannten“ geführt wird. An eurer Seite sind dabei zahlreiche ganz unterschiedliche Akteure, welche ihr nach und nach erst rekrutieren müsst. Zu Beginn jeder Mission habt ihr dann die Wahl zwei Teammitglieder auszuwählen, welche euch begleiten. Je nachdem welche Anforderungen eine Mission hat, müsst ihr euch genau überlegen, welche Waffen und Fähigkeiten ihr bei dieser gebrauchen könnt.
Hierzu aber später mehr, wenn wir euch die einzelnen Klassen vorstellen werden.
Eure Missionen erhaltet ihr an Bord der neuen Normandy und könnt dann, wie beim Vorgänger, an der Galaxienkarte euer nächstes Ziel/Mission ansteuern. Die Hauptmissionen gestalten sich relativ abwechslungsreich und an ständig wechselnden Planeten und damit verbundenen Landschaften und Raumstationen. Die zahlreichen verschiedenen Gebiete haben alle ihr eigenes Design und Atmosphäre, sowie Bewohner. Dies macht, typisch Bioware eben, einen durchgehend überzeugend Eindruck. Auch die seltsamsten Kreaturen wirken authentisch und überzeugen sowohl durch ihr Design, als auch im Dialog.
Wie beim Vorgänger schon, wirken sämtliche Gespräche spannend und essentiell, um eine durchdachte und glaubhafte Story zu erzählen. Hier gibt es kein sinnloses Geschwafel, die Figuren werden durch stimmungsvolle und ausgereifte Dialoge erst wirklich zum Leben erweckt. Je nachdem, wie man seine Antwort formuliert, wirkt sich dies auf die Vorbild- bzw. Abtrünnigenanzeige aus und entscheidet über die Charakterentwicklung. An manchen Stellen lassen sich die Gespräche durch eine der beiden Reaktionen sogar unterbrechen und die Situation wird entweder vorbildlich oder abtrünnig beendet.
Während man im direkten Gespräch schon sehr viel über den jeweiligen Planeten und entscheidende Handlungsstränge und Personen erfährt, hat man zusätzlich die Möglichkeit, sein Wissen per Kodex aufzufrischen, welche man zu Genüge als Abruf bekommt. Dies kann vor allem für ME Neulinge von Hilfe sein, sich mit der Story, Personen, Waffen, Planeten etc. vertraut zu machen.
Die Klassen
Für den Spieler und dessen Gruppenmitglieder gibt es sechs Basisklassen mit unterschiedlichen Stärken in verschiedenen Gebieten. Manche sind nur auf einen Faktor fokussiert, andere können mehrere Fähigkeiten miteinander verbinden. Hier ein kurzer Überblick, um euch die Wahl vielleicht ein wenig zu vereinfachen:
Soldat: Ist ein echter Kampfspezialist, der mit jeder Kampfsituation fertig wird.
Er kann zahlreiche Waffen nutzen( schwere Pistole, Schrotflinte, Sturmgewehr, Präzisionsgewehr) und kann über die Kräfte „Adrenalinstoß“ und „Verbrennung“ verfügen.
Infiltrator: Ist spezialisert auf Tech, das heißt er kann eine taktische Tarnung einsetzen und hat einen Kyrostrahl. Nebenbei kann er auch noch mehrere Pistolen mit sich führen.
Frontkämpfer: Er ist ein biotischer Krieger, welcher die Stärken von Experte und Soldat kombiniert. Er verfügt über mehrere Kräfte, wie eine Schockwelle und einen Warp.
Wächter: Er ist die flexibelste Klasse, der Tech und Biotik kombinieren kann, um Gegner zu manipulieren. Verfügt als Waffen jedoch lediglich über eine MP und schwere Pistole.
Experte: Ist der ultimative Biotiker und setzt fast nur seine Kräfte ein.
Techniker: Verfügt über Kampfdrohnen und kann einen Kampf zu Beginn schon schnell wieder beenden.
Jede Klasse hat ihren eigenen Reiz und bei der Auswahl seiner Teammitglieder vor jeder Mission sollte man möglichst so wählen, dass man genügend Waffen und Kräfte zur Verfügung hat. In unserem Test wählten wir anfangs selbst die Klasse des Experten und bereuten diese Entscheidung sehr schnell.
Da diese nur über lediglich zwei Waffen verfügt, wurden die Kämpfe schnell sehr monoton. Die hohe Anzahl an Kräften änderte dies auch nicht, da man diese nach der Nutzung immer erst wieder aufladen muss. Aber das war nur unser subjektives Empfinden…
Im Kampf ist es möglich sowohl seine eigenen Kräfte zu nutzen, als auch seine Teamkameraden Befehle zu erteilen, ihre Kräfte einzusetzen. Man kann sie auch unterschiedliche Positionen einnehmen lassen, dies führt aber zumeist zu keinem großen Erfolg. Die KI an sich ist durchgehend in Ordnung, bisher sind uns keine großen Patzer aufgefallen. Sowohl die Teammitglieder als auch die Gegner verhalten sich relativ intelligent und wechseln ständig ihre Position und ihre Waffen und Kräfe.
Die Normandy
Ihr seid der Kapitän dieses hochmodernen Raumschiffes, welches über zahlreiche Systeme verfügt. In der Kapitänskabine könnt ihr eure diversen Anzüge indiviualisieren und euer Aquarium mit Fischen verschönern, welche ihr in zahlreichen Märkten kaufen könnt. Auf dem Deck befinden sich die schon angesprochene Galaxienkarte, auf der ihr euer nächstes Missionsziel ansteuern könnt, aber auch Planeten nach nützlichen Mineralien abscannen könnt, welche wiederrum dazu dienen wichtige Updates für euer Schiff oder Waffen zu kaufen, welche ihr in eurem Forschungslabor weiterentwickeln könnt.
Fazit
Mass Effect 2 ist ein mehr als würdiger Nachfolger und wohl jetzt schon einer der besten Spiele im noch jungen Jahr 2010. Das Spiel überzeugt mit einer edlen Optik, welche sich in realistischen Gesichtszügen, tollen Effekten, ansprechende Zwischenvideos und fulminanten Planten wiederspiegelt. Die durchgehend überzeugende und spannende Story wird von intelligenten Dialogen getragen. Die Missionen sind klar aufgeteilt nach langen Hauptmissionen und erfrischenden kurzen Nebenmissionen, welche zu genüge vorhanden sind und ganz unterschiedliche Auswirkungen auf das Spielgeschehen haben können.
Kleine Zwischenspiele wie das Knacken eines Safes oder des Hacken eines PCs lockern das Spielgeschehen auf. Auch wenn es sich um ein Rollenspiel mit ausreichend Shooter-Einlage handelt, ist man nicht krampfhaft mit Leveln des Charakters beschäftigt, um möglichst bessere Waffen etc. zu erlangen. Man erhält nach abgeschlossener Mission bestimmte Creditpoints, welche man ganz individuell verteilen oder automatisch vergeben lassen kann. Eine gelungene Lösung, um das zeitintensive Punktevergabesystem abzuschaffen.
Gleiches gilt für die Inventarführung. Hier kommt wieder das bekannte Rad zum Nutzen, welches den perfekten Überblick gibt und sich nach kurzer Zeit schnell und intuitiv bedienen lässt. Die Story, die Gespräche und das Spielgeschehen stehen im Vordergrund, um den Spielspaß so hoch wie möglich zu halten.
Der Orchester Sound passt hervorragend und rundet die durchgehend gelungene Atmosphäre ab. Lediglich kleine Gamplaymängel und Clipping-Fehler sind zu beanstanden. Denn manchmal bewegt man sich schon sehr verkrampft mit seiner Figur, gerade auf der Oberfläche von Planten. Die Fähigkeit nicht springen zu können, vermisse ich wirklich und kann gelegentlich wirklich stören.
Aber das sind lediglich minimale Kritikpunkte.
Bioware hat es mal wieder geschafft und liefert ein überaus gelungenes Spiel, welches wie ein hochspannender und actionreicher SciFiBlockbuster wirkt!

















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